Schafkopf – die Sonderspiele

Teil 1: Schafkopf – das Sauspiel

Die wirklich vollständigen Schafkopfregeln sind für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Allein die Tatsache, dass man eventuell bis zur letzten gespielten Karte warten muss, bis man weiß, wer beim Sauspiel der Partner am Tisch ist, ist befremdlich. Auch andere Besonderheiten wirken für den nicht sachkundigen Beobachter komisch bis abenteuerlich. So sticht zum Beispiel beim Schafkopfen die Zehn den König – obwohl sie in der aufsteigenden Reihenfolge ja unter diesem liegt. Wer die grundlegenden Regeln des Sauspiels verstanden hat, kann sich an das Erlernen der Sonderspiele machen.

Die nächste Stufe nach dem Sauspiel bilden Wenz und Geier. Beim Wenz stechen nur die Unter, nach der Wertigkeit Eichel, Gras, Herz und Schellen; beim Geier, der auch Dame genannt wird, die Ober – in der gleichen Farbfolge. Auch hier müssen Farben bedient werden, und Trümpfe zugegeben. Beide Spiele gelten in der Abrechnung als Solo, die jeweiligen vier Trümpfe geben die „Bauern“ oder „Laufenden“. Abwandlungen als Farbwenz oder Farbgeier sind möglich, aber nicht überall üblich. Ist man sich sicher, alle Stiche in dieser Spielrunde zu machen, kann man einen „Tout“ ankündigen.

Eine Kombination aus vielen Trümpfen – also Obern und Untern – und mehreren Karten einer Farbe kann man als Solo spielen. Soli kann man in allen vier Farben ankündigen, und sich so eine starke Hand verschaffen. Manchmal – je nach Kartenkonstellation – führt auch ein Solo mit wenigen Obern und Untern – also nur mit Farbtrümpfen zum Erfolg: Die Trümpfe stechen sich gegenseitig nieder, und man kann mit seiner Farbe dann die hohen Punktekarten einheimsen. Diese Gelegenheit, zum Beispiel ein Solo „ohne“ eine gewisse Zahl von Bauern zu gewinnen, bekommt man nicht oft – nur eine hohe Zahl von Karten einer Farbe ist Grundlage für so ein gewagtes Spiel, das auch nur funktioniert, wenn die großen Trümpfe gleichmäßig verteilt sind. Auch ein Solo kann man als „Du“ – also Tout – spielen. Die höchste Form des Solos ist der Si – alle Ober und Unter in einer Hand.

Bei der Entscheidung für oder gegen ein Solo, einen Wenz oder Geier – auch mit Tout – muss man bedenken, wie die eigene Position am Tisch ist; ob man selbst anspielen kann oder nicht.