Schafkopf Spiele - Der Wenz
Teil 1: Schafkopf – das Sauspiel
Nach der Vorstellung des höchsten Spiels – dem Solo – im letzten Beitrag, geht es heute um den Wenz als einer Spielvariante des “reinen Schafkopf” nach den Regeln der Schafkopfschule e.V. Wie beim Solo, spielt hier ein Spieler allein gegen die anderen drei. Beim Wenz sind grundsätzlich und ausschließlich alle Unter Trumpf. Die Besonderheit gegenüber einem Solo-Spiel liegt darin, dass der Spieler keine Trumpffarbe auswählen kann.
Der Spieler wird in der Regel einen Wenz auswählen, wenn er möglichst viele der vorhandenen Unter auf der Hand hat und dazu möglichst hohe Karten von den vier Farben. Idealerweise hat man sogar neben den Untern nur eine einzige Farbe auf der Hand und davon die hohen Werte wie Asse, Zehner und Könige, da beim Wenz eben nur die vier Unter stechen können. Die Ober hingegen reihen sich beim Wenz zwischen Neunern und Königen ein.
Grundsätzlich benötigt man, um einen Wenz spielen und auch gewinnen zu können wie beim Solo ein verhältnismäßig starkes Blatt – schließlich spielt man allein gegen drei Gegenspieler. Als Faustregel gilt: Wenn man voraussichtlich mehr als zwei Stiche an die Gegenspieler abgibt, sollte man nicht alleine spielen. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen, wenn beispielsweise ein paar Stiche mit sehr wenigen Punkten verloren gehen. Enscheidend sind neben der Stärke der eigenen Trümpfe besonders der Besitz der Asse und dazugehöriger hoher Werte (Sau sowie Zehn und König einer Farbe). So kann ein Wenz – mit der langen Karte gespielt – mit lediglich einem Unter und vier Assen durchaus gewonnen werden. In seltenen Fällen genügen den Gegenspielern zwei Stiche , um die benötigten 60 Punkte und damit den Sieg zu erreichen. Natürlich muss wie beim Solo die eigene Position am Tisch bedacht werden. Wie bei den anderen Spielen, ist die Position des Ausspielers und die als letzter besonders wertvoll. Beim Wenz ist die Ausspieler-Position sogar noch wichtiger als beim Solo, da man als erster Ausspieler bei Ausspiel des Eichel Unters möglicherweise alle Unter der Gegner “einsammeln” kann. Danach kann dann nur noch über die Farben-Werte gestochen werden. Die Gefahr beim Wenz liegt insbesondere darin, die Position des Ausspielers nach einem gegnerischen Stich zu verlieren und keine Unter mehr auf der Hand zu haben. Das lann bedeuten, dass man eine ausgespielte Farbe des Gegners nicht mehr stechen kann und manchmal sogar anschließend gar keinen Stich mehr macht.
Der Wenz ist das zweithöchste Spiel im Schafkopf – zwischen Rufspiel und Solo. Will ein Mitspieler ebenfalls spielen und sagt ein Solo an, dann kommt nur noch ein Wenz Tout darüber, bei dem man allerdings keinen Stich abgeben darf.