Unreiner Schafkopf - der Farbgeier
Dieser Artikel soll nun nach den ausführlichen Artikeln in den letzten Wochen über das Rufspiel, den Wenz, Geier und den Ramsch der letzte in der Reihe Unreiner Schafkopf sein. Zum Abschluss der Reihe wird nun eine weitere Spielvariante vorgestellt, die genau wie die vorangegangenen Spielvarianten (Geier, Farbwenz und Ramsch) dem unreinen Schafkopf zugerechnet wird: Der Farbgeier. Der Farbgeier unterscheidet sich vom normalen Geier grundsätzlich dadurch, dass neben den vier Obern immer auch eine Farbe als Trumpf ausgewählt wird, also synchron zum Farbwenz.
Der Farbgeier kommt insbesondere in Betracht, wenn man ein paar Ober und viele Karten ein und derselben Farbe besitzt. Dann benötigt man unter Umständen nicht einmal viele Ober, da diese bei Trumpfausspiel ohnehin zugegeben werden müssen. Der Farbgeier ist durch die höhere Anzahl an Trümpfen ohnehin eher mit einem Solo zu vergleichen denn mit einem Geier, bei dem es nur vier Trümpfe, die Ober, gibt. Im Grunde ist der Farbgeier also eine Mischform aus Geier und Solo. Die Unter der jeweiligen Farbe reihen sich zwischen den König und den Neuner ein – darüber hinaus haben sie keine weitere Bedeutung beim Farbgeier.
In der Hierarchie steht der Farbgeier nur über einem Rufspiel. Das bedeutet, dass alle anderen Spielarten (Farbwenz, Geier, Wenz, Solo) Vorrang vor allen Farbgeier-Varianten haben. Neben den nachfolgenden Erläuterungen, gibt es auch einen Crashkurs zum Farbgeier im Schafkopf zum Nachlesen. Bei der Auswahl eines Farbgeiers gibt es verschiedene Tipps, die man beachten sollte hinsichtlich der Auswahl und der gegnerischen Karten:
1. Spielauswahl Erhält man beim Ausgeben zwar einige Ober, diese aber mit niedriger Wertung und gleichzeitig aber viele Karten derselben Farbe, kann sich ein Farbgeier lohnen. Insgesamt gibt es beim Farbgeier 11 Trümpfe. Hält man davon beispielsweise zwei Ober und fünf Karten einer Farbe, bleiben nur vier Trümpfe, die auf 3 Gegenspieler verteilt sind. Insbesondere, wenn man neben ein paar Untern die “hohen” Karten einer Farbe (also Ass, Zehn und König) hält, lohnt es sich, über einen Farbgeier nachzudenken.
2. Gegner Durch die höhere Anzahl an Trümpfen beim Farbgeier gegenüber dem Geier kann im ungünstigsten Fall eine sehr starke Gegenhand der eigenen Hand entgegenstehen, insbesondere, wenn ein Spieler der Gegenpartei möglicherweise einen Geier oder ebenfalls einen Farbgeier spielen wollte, was durchaus möglich ist.
3. Laufende Im Gegensatz zum Geier wird beim Farbgeier erst ab drei Laufenden gezählt.
Der Farbgeier ist in jedem Fall eine weitere Bereicherung für die Vielfalt beim Schafkopf und erhöht die Anzahl der Alleinspiele deutlich. Es zeigt wieder einmal, wie vielfältig und variantenreich dieses schöne urbayerische Spiel ist und wie stark die jeweiligen regionalen Ausprägungen sind.