Schafkopfen - das traditionelle bayerische Stammtisch-Vergnügen

Fast jeder Mensch in Deutschland weiß, dass Bayern und Kartenspielen zusammen gehören. Schon in einer Chronik aus dem Jahre 1566 ist zu lesen, dass der bayerische Mensch schreit, singt, tanzt – und gerne Karten spielt. Vor allem an dem Spieltrieb ist etwas daran, denn mit der weiß-blauen Stammtischtradition sind der bayrische Tarock und natürlich das Schafkopfen verbunden. Seit Jahrhunderten zieht das Schafkopfen seine Fans in den Bann. Zu einem Erfolg braucht der Spieler nicht nur schnödes Glück, sondern vor allem ein fotografisches Gedächtnis, um sich zu merken, welche Karten schon ausgespielt sind. Was aber auch sehr wichtig ist, das Gespür zu haben, im richtigen Moment den richtigen Stich anzubringen.

Normalerweise geht der Bayer mit vier Mann zum Schafkopfen, aber manchmal sitzt ein fünfter Mann mit am Tisch, der sogenannte „Kiebitz“. Dieser ist das fünfte Rad am Wagen beim Schafkopfspielen, und so nett dieser auch sein mag, er ist ungern gesehen. Wenn der „Kiebitz“ den Spielern zu nahe auf den Pelz rückt, dann fallen gerne Ausdrücke wie „du G´scherter“ oder „Der fünfte Mann gehört unter den Tisch“ und Ähnliches mehr. Es hat schon seinen Grund, warum der fünfte Mann beim Schafkopfen nicht gerne gesehen ist. Denn der Kiebitzer ist so heiß auf das Mitspielen, dass er nicht nur still daneben sitzt und beobachtet. Leider mischt sich dieser unweigerlich in das Spiel ein, denn meistens ist dieser der Meinung, besser spielen zu können wie die vier aktiven Spieler. Er gibt nicht nur seine Kommentare ab , schlimmer dabei ist, dass er mit stummen Hinweisen seinem Lieblingsspieler zum Sieg beim Schafkopfen verhelfen kann.